Glücksunterricht in der Sekundarstufe: Übungen und eine App, die Jugendliche wirklich öffnen
Sie suchen Material für Glücksunterricht, eine Klassenleiterstunde oder eine Projektwoche ab Klasse 7, das Jugendliche nicht peinlich finden. Auf dieser Seite finden Sie kostenlose Übungen mit Arbeitsblättern, eine Erklärung, was LeuchtMensch ist, und einen Vorschlag, wie Sie die App im Unterricht einsetzen können, ohne dass Sie selbst eine neue Plattform lernen müssen.
Worum es geht
Glücksunterricht in der Sekundarstufe funktioniert anders als in der Grundschule. Was mit Achtjährigen schön ist, ein Glücksglas, ein Lied, ein Ritual im Sitzkreis, löst bei Vierzehnjährigen Augenrollen aus. Nicht, weil die Themen falsch wären. Freundschaft, Stärken, Entscheidungen und die Frage, was man eigentlich will, beschäftigen Jugendliche mehr als jede andere Altersgruppe. Sie wollen nur nicht dabei beobachtet werden.
Deshalb brauchen Übungen für diese Altersgruppe drei Dinge. Sie müssen etwas zum Nachdenken geben, nicht nur ein gutes Gefühl. Sie müssen sich im Stillen machen lassen, bevor jemand etwas laut sagen muss. Und sie dürfen nicht benotet werden, auch nicht heimlich über die Mitarbeitsnote.
Die Forschung hinter diesen Übungen ist frei zugänglich: die 24 Charakterstärken nach Christopher Peterson und Martin Seligman (2004), Ich-Botschaften nach Thomas Gordon, Dankbarkeitsübungen nach Robert Emmons und Michael McCullough (2003), Wenn-dann-Pläne nach Peter Gollwitzer. LeuchtMensch gehört nicht zum Schulfach Glück des Fritz-Schubert-Instituts in Heidelberg und übernimmt keine Methoden von dort. Wenn Sie dort ausgebildet sind, passen unsere Übungen trotzdem in Ihre Stunden, weil sie auf denselben Grundlagen der Positiven Psychologie aufbauen.
Die Übungen
Jede Übungsseite hat denselben Aufbau: kurzer Hintergrund, drei bis fünf Übungen mit Dauer, Material und Ablauf, ein Vorschlag für zwanzig Minuten Unterricht, ein Arbeitsblatt als PDF.
- Glücksunterricht in der Sekundarstufe: 10 Übungen für Klasse 7 bis 10. Die Sammelseite, wenn Sie schnell etwas für die nächste Stunde brauchen.
- Charakterstärken bei Jugendlichen. Stärken bei anderen entdecken, die eigene Stärke dosieren, der blinde Fleck.
- Ich-Botschaften üben. Vom Du-Vorwurf zur Ich-Botschaft, mit sechs Sätzen zum Umbauen.
- Dankbarkeit, ohne dass es peinlich wird. Drei Dinge, Gutes tun, ein Klassenritual für den Freitag.
Weitere Seiten folgen: Werte klären, Entscheidungen treffen, Grenzen setzen, Achtsamkeit, Ziele setzen und KI verstehen. Alle Übungen finden Sie gesammelt unter leuchtmensch.de/uebungen.
Was LeuchtMensch ist
LeuchtMensch ist eine Web-App für Jugendliche ab 13. Sie läuft im Browser auf dem Handy oder am Laptop, ohne Download aus einem App-Store, ohne Werbung, und ein Konto ist freiwillig. Die Inhalte sind in Module gegliedert, jedes Modul hat acht bis zehn kurze Lektionen von etwa fünf Minuten. Jede Lektion besteht aus Karten mit kleinen Übungen zum Mitmachen: etwas sortieren, eine Skala einstellen, einen Satz vervollständigen, eine Szene einschätzen.
Die Basics-Module behandeln in dieser Reihenfolge: miteinander klarkommen (Zuhören, Ich-Botschaften, Grenzen, Kritik), Stärken und Schwächen, Werte, Entscheidungen, der eigene Herzenswunsch und, in Vorbereitung, Ziele und Rückblick. Dazu kommen Module zu Weltreligionen und Weisheitstraditionen, zum Verstehen von Künstlicher Intelligenz und zu inspirierenden Persönlichkeiten. Die Lektionen schreiben Lisa Ockinga und ein kleines Team selbst. Bei jeder Lektion steht, wer sie geschrieben hat.
Das erste Modul ist komplett kostenlos, von jedem weiteren Modul die erste Lektion. Alles andere kostet 4,99 € im Monat oder 39 € im Jahr. Für Schulen gibt es noch keine eigene Lizenz. Wenn Sie LeuchtMensch mit einer Klasse ausprobieren möchten, schreiben Sie an hallo@leuchtmensch.de, wir finden eine Lösung.
Was Sie wissen sollten
LeuchtMensch sammelt keine Daten von Jugendlichen, die Sie verwalten müssten. Es gibt keine Klassenübersicht, in der Sie sehen, wer was gemacht hat, und das ist Absicht. Die Jugendlichen sollen frei schreiben können. Ohne Konto bleiben Fortschritt und Notizen im Browser des jeweiligen Geräts. Wer ein Konto anlegt, tut das mit Google oder einer E-Mail-Adresse, ohne Passwort. Bei Jugendlichen unter 16 bitten wir darum, das Konto gemeinsam mit den Eltern anzulegen. Mehr dazu steht im Datenschutz.
LeuchtMensch ersetzt keine Schulsozialarbeit und keine Therapie. Wenn Sie merken, dass es einem Jugendlichen nicht gut geht, ist die App kein Ersatz für ein Gespräch. In der App gibt es eine Seite mit Anlaufstellen, die rund um die Uhr erreichbar sind.
Für Ihre eigene Arbeit gibt es aus derselben Werkstatt Fertig vor 5, eine Werkbank mit KI-Werkzeugen für Differenzierung, Elternbriefe und Zeugnisse.
Fragen, die oft kommen
Brauchen meine Schülerinnen und Schüler ein Konto?
Nein. Die kostenlosen Lektionen, die Challenges und die Wocheninspiration gehen ohne Konto. Ein Konto braucht nur, wer seinen Fortschritt auf mehreren Geräten haben möchte oder ein Abo abschließt. Für den Unterricht reicht der Browser.
Kann ich die Arbeitsblätter frei verwenden?
Ja. Die PDFs auf den Übungsseiten dürfen Sie für Ihren Unterricht ausdrucken, kopieren und in Ihrer Schule weitergeben. Bitte lassen Sie den Hinweis auf leuchtmensch.de unten auf dem Blatt stehen und stellen Sie die Dateien nicht auf andere Plattformen.
Ab welcher Klasse passt das?
Ab Klasse 7, also ab etwa 13. Die Lektionen sind für Jugendliche ab 13 geschrieben, und in dem Alter funktionieren sie auch: Wir gehen sie gerade selbst mit einer 13-Jährigen durch, von Zuhören und Ich-Botschaften bis zu Werten und Entscheidungen. Nach oben ist kein Ende, auch mit 17 liest man die Lektionen noch anders als mit 13, aber nicht gelangweilt.